Stottertherapie

Stottern ist eine Störung des Redeflusses, die meist im frühen Kindesalter beginnt. Folgende Kernsymptome können beim Stottern auftreten:

  • unfreiwillige Wiederholungen von Lauten, Silben oder einsilbigen Wörtern
  • Dehnungen von Lauten
  • Blockierungen von Lauten

Beim Stottern verlieren Betroffene für Momente die motorische Kontrolle über ihr Sprechen, obwohl sie genau wissen, was sie in diesem Moment sagen wollen. Die für das Stottern typischen Unflüssigkeiten können situationsabhängig und zeitweise auftreten.

Zusätzlich zu dieser Kernsymptomatik zeigen sich häufig Begleitsymptome, durch die die Betroffenen versuchen, das Stottern zu vermeiden oder ein Stotterereignis zu beenden.

  • Vermeiden von gefürchteten Wörtern z.B. durch Umformulieren oder Ersetzungen
  • Einschieben von „ähm“ oder kurzen Floskeln wie z.B. „also“
  • Abbruch der Äußerung
  • Zusätzliche Muskelanspannung (z.B. lauter werden, Mitbewegungen von Mund und Augenbereich)

Stotternde Jugendliche und Erwachsene sind sich ihres Stotterns bewusst, das sich auf ihr gesamtes Sprech-, Kommunikations- und auch Sozialverhalten auswirken kann. Dies kann zu psychischen Reaktionen wie Sprechangst, Wut, Scham, Hilflosigkeit oder Selbstabwertung führen.

Stottertherapie im Erwachsenenalter
Das Ziel der logopädischen Therapie ist, einen souveränen Umgang mit dem Stottern in allen für den jeweiligen Menschen relevanten Kommunikationssituationen zu erlernen und auch eine höhere Sprechflüssigkeit zu erreichen.
In unserer Einrichtung werden erwachsene Stotternde nach dem Therapieansatz der Stottermodifikation behandelt. Wir arbeiten dabei nach dem Vorgehen von Charles van Riper und Hartmut Zückner.

Beim Therapieansatz „Stottermodifikation“ wird davon ausgegangen, dass Menschen die stottern den überwiegenden Teil der Sprechzeit flüssig sprechen. Daher wird in der Therapie daran gearbeitet, dass nur an den Stellen im Redefluss, an denen Stottern auftritt oder erwartet wird, eine Technik eingesetzt wird. Dies geschieht in der sogenannten Modifikationsphase.

Damit dieser Technikeinsatz gelingen kann, muss im Vorfeld in der Identifikationsphase eine genaue Analyse des individuellen Stottermusters und den mit dem Stottern einhergehenden Gefühlen und Gedanken durchgeführt werden. Des Weiteren wird in der Desensibilisierungsphase am Abbau von beeinträchtigenden Gefühlen (Angst, Scham etc.) und Selbstabwertungen gearbeitet. Denn nur wenn die emotionale Beteiligung beim Stottern auf ein niedrigeres Maß abgesenkt wird, haben Stotternde die innere Gelassenheit, ihre Sprechtechniken einzusetzen.

In der Modifikationsphase werden dann die Techniken zur Vorbeugung von Stottern (Prolongationen), zur Befreiung aus Stotterereignissen (Pull-out) und zur nachträglichen Bearbeitung eines Stotterereignisses (Nachbesserung) erarbeitet. Diese werden nach dem Prinzip von leicht zu schwer auf der sprachlich Ebene (Wortebene bis Spontansprachebene) und der situativen Ebene (im Therapieraum, am Telefon und mit anderen Personen) eingeübt.

In der Stabilisierungs-/Generalisierungsphase werden die erlernten Sprechtechniken in Alltagssituationen geübt (in-vivo Training, Telefontraining, Vorträge) und damit der Transfer in alle für den Stotternden relevante Kommunikationssituationen unterstützt. Außerdem liegt ein weiterer Schwerpunkt in dieser Phase darin, die Fähigkeit „sein eigener Therapeut zu sein“ zu entwickeln.
An das Ende der Therapie schließt sich eine Nachsorgephase von ca. zwei Jahren an, in der die Aufrechterhaltung des Erlernten im Vordergrund steht. Die Therapietermine finden in dieser Phase seltener und mit immer größerem Abstand stand.

Was uns wichtig ist
Wir legen hohen Wert auf eine individuelle Anpassung der Therapie an den jeweiligen Stotternden. Es findet immer ein hohes Maß an in-vivo – und Telefontraining statt. Ebenso können Vorträge vor mehreren Zuhörern und der Technikeinsatz auch in englischer Sprache geübt werden. Dabei berücksichtigen wir immer das individuelle Lerntempo und die persönlichen Grenzen und Möglichkeiten.

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Aktuelle Informationen:

Aktuell ist kein negativer Corona-Schnelltest notwendig, wenn Sie einen Termin wahrnehmen wollen.
Trotzdem gilt natürlich: Bei akuten Atemwegserkrankungen und Kontakt mit einem bestätigten Corona-Fall, kommen Sie bitte NICHT  in die Praxis!

(Stand: 26.04.2021)